Die Reparatur bzw. Überholung einer Uhr ist weit mehr als ein Baden in Bremsenreiniger und auspusten mit Druckluft. Dazu sind mehrere Schritte notwendig. Im Groben:

Das Uhrwerk muss vorher optisch auf Schäden überprüft werden; es muss vorsichtig demontiert werden; Verschleißteile wie Lager, Zapfen oder andere Teile müssen nachgearbeitet oder neu angefertigt werden; es muss sorgfältig gereinigt, dann genauso sorgfältig zusammengebaut und justiert werden; zum Schluss erfolgt dann die Ölung mit speziellem Öl an erforderlichen Stellen. Nähmaschinenöl eignet sich hierzu seltenst, da es sehr dünnflüssig ist und aus den Lagern fließt. Und lassen Sie bloß die Finger vom WD40. Das ist säurehaltig und kann das Messing angreifen (auskupfern).

So ein Uhrwerk kann sehr einfach gestaltet sein. Zum Beispiel ein reines Gehwerk, das nur die Zeit anzeigt hat oftmals nur vier Räder, wohingegen ein Uhrwerk mit 4/4 Schlag bis zu 17 Räder haben kann, die in bestimmter Position angeordnet werden müssen. Von Armbanduhren mit Komplikationen und Chronograph möchte ich gar nicht erst anfangen. Hinzu kommen noch Hebel, Federn, Schrauben, Vorsteckstifte und andere Kleinteile.

 

Hier mal ein Beispiel einer zerlegten Wiener Kommodenuhr: