Wie die meisten meiner Sammlungstücke habe ich auch dieses hübsche Gerät vom Flohmarkt. Auf den ersten Blick schaut es aus wie ein gewöhnlicher Kofferplattenspieler.

Doch schnell erkennt man den Ring mit den Zahlen außenherum. Diese hübsche Ding hat auch noch ein eingebautes Mittwelwellenradio und der "Senderknopf" befindet sich um den Plattendrehteller herum. Eine abgefahrene Konstruktion wie ich finde. Das Gerät ist komplett mit Batterien betrieben und tragbar mit Griff. Es befinden sich in der Batteriebox zwei 1,5V Monozellen (mitte) die parallelgeschaltet für die Heizung der D-Röhren sind. Dann vier 1,5V C-Zellen (rechts) die für den Antrieb des Plattenspielermotors sind. Und dann noch eine dicke 90V Anodenbatterie (links).

Die Mono und die C-Zellen zu ersetzen war kein Problem, die gibt es ja heute noch, aber woher eine 90 Volt Anodenbatterie nehmen? Ich habe im Internet also für knapp 9,-€ zehn 9V-Blöcke bestellt und in Reihe geschaltet, sodass ich am Ende etwas mehr als 90 Volt Leerlaufspannung raus bekam. Zu meinem Glück passten diese auch in die Aussparung der alten Batterie in der Batteriebox des Gerätes.

Das Taperzierklebeband hindert die Batterien beim Transport daran sich voneinander zu lösen. Danach habe ich den ersten Testlauf betrieben. Das Gerät funktioniert, auch wenn der Motor ein paar leichte Gleichlaufschwankungen hat. Dieser drückt gegen ein Gummi-Reibrad, welches wiederum den Drehteller antreibt. Die verdächtigen Kondensatoren wurde auch ausgetauscht und somit lief das Radio auch wieder einwandfrei.

Das Baybphon ist zwischen 1954 und 1955 gebaut worden und somit schon gute 60 Jahre alt. Die Bauweise ist sehr verschachtelt und nicht unbedingt servicfreundlich. Denn um gut an die Platine hin zu gelangen, müsste man das große Antriebsrad entfernen. Dieses ist aber mit dem Querbalken gesichert, welcher wiederum verschweißt ist. Aber mit viel Gedult wurde auch diesem Gerät wieder zu neuem Leben verholfen!