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Im Jahr 2016 wurde in meiner Heimatstadt Weilheim in Oberbayern damit begonnen den örtlichen Bahnhof umzubauen. Behindertengerechtigkeit etc.
Nun war es so, dass alles neu gemacht wurde, so sollten neben den alten Bahnsteigbauten auch die Bahnhofsuhren weichen.
Leider bin ich etwas zu spät nach Weilheim zurückgezogen und war somit mit meiner Anfrage bei der DB Netze etwas zu spät dran. Die Uhren von Gleis 2 und 3 landeten im Container.

Dennoch schrieb ich folgende Email:

Sehr geehrter Herr xxx,

Ich wurde vom DB-Service Center am Münchner Hauptbahnhof an Sie, bzw die DB-Netze AG, weiter verwiesen.
Meine zwei Fragen sind gänzlich ungeschäftlich, dennoch wäre es toll, wenn Sie die Zeit finden könnten Sie zu lesen und zu beantworten.

Ich wohne in Weilheim in Oberbayern und dort werden zur Zeit die Bahnsteige 2 und 3 erneuert. Darunter wurden auch schon einige der schönen, alten Bahnhofsuhren abgebaut, welche vermutlich aber leider schon entsorgt wurden. Am verbliebenen Bahnsteig 4 und 5 allerdings, hängt noch eine. Sowie am Bahnsteig 1, welche schon "ausgeixt" wurde.

Mein erste Frage daher: Wäre es möglich sich mit einem Baustellenleiter Vorort in Verbindung zu setzen (wenn ja: Wer und wie?), dass falls diese Uhren auch abgebaut und ersetzt werden, ich diese (auch gerne gegen Bezahlung) bekommen könnte? Falls ja würde mich das sehr (!) freuen und ich würde sie selbstverständlich selber abholen.

Mein zweites Anliegen ist:
Die alten Signale am Weilheimer Bahnhof werden anscheinend durch das moderne Ks-Signalsystem ersetzt. Die neuen Signale liegen schon neben den Gleisen bereit.
Wäre es auch hier möglich eines der alten Hauptsignale zu erwerben? Aus historischen Gründen, und weil sie mir einfach gefallen, wäre das ebenfalls eine große Freude für mich.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben mein Anliegen zu lesen.
Über eine Antwort, gerne über Telefon oder Email, würde ich mich sehr freuen.
Sollte ich mit meinem Schreiben bei Ihnen an der falschen Adresse gelandet sein, wäre es toll von Ihnen, wenn Sie mein Anliegen an die zuständige Person weiterleiten könnten.
Meine Kontaktdaten finden Sie unterhalb dieser Email in meiner virtuellen Visitenkarte.

Vielen Dank schon einmal, ich wünsche eine angenehme Woche und verbleibe mit freundlichen Grüßen,
Benjamin Hauber

 

Und einige Tage später kam tatsächlich auch eine Antwort!

 

Sehr geehrter Herr Hauber,

in Bezug auf die Uhren nehmen Sie bitte Kontakt mit unserem Bauleiter Herrn Jürgen xxx der Firma xxx auf.
Aus Sicht der Projektleitung steht einer Überlassung von alten Bahnhofsuhren nichts entgegen.
Mit den Signalen wird es wohl etwas schwieriger werden, da diese zur Wiederaufarbeitung in das Signalwerk nach Wuppertal gehen (müssen).
Nehmen Sie bitte hierzu mit dem Projektleiter der DB Netz AG Kontakt auf: Kontaktdaten aus Datenschutzgründen verschwiegen

 

Vorab: Mit dem Signal wurde es nichts, aber bei der Firma habe ich dann direkt einmal angerufen.


"Fleilich, d'e Firma hat scho Bscheid gsagt, d'e Bauarbeita werdn oba east next wocham Gleis viere/fümfe beginna. I werd eana d'e beidn Uan resaviern."


Auf deutsch:
"Natürlich, die Firma hat schon Bescheid gegeben, die Bauarbeiten werden aber erst nächste Woche am Gleis vier/fünf beginnen. Ich werde Ihnen die beiden Uhren reservieren."

 

So hing die Uhr am Tag der Abbauarbeiten noch am Gleis 5.

 

 

Als ich einige Tage später dann von der Arbeit kam, hing die Uhr nicht mehr dort. 
Also ab zum Bauleiter und nachgefragt.
"Ja, die hom wa bei un'san Konteinan hiantn oaglagert. Kennans jetz mitnehma wennans woin."
Das hab ich mir nicht zwei mal sagen lassen. Also schnell nach hause laufen, Rucksack ablegen und Rollbrett holen.
Dann hab ich die Uhr vom Bahnhof zu mir nach Hause durch die Innenstadt gerollt. Die Blicke waren sehr amüstant.


Die Uhr habe ich dann direkt auch bei mir zu Hause installiert, wo sie heute ihren Dienst weiter verrichten darf.

 

 

Aber das war noch nicht alles.
Die letzte große Uhr vom Bahnhof Weilheim folgte.
In der Früh lief sie noch. Als ich von der Arbeit kam war das Licht aus und die Uhr stand auf kurz nach 10. Der Strom ist also gekappt.

 


Ab dem 25.2. sollte die Uhr abgebaut und für mich zur Abholung bereit gelegt werden.
So war es dann auch. Zusätzlich zu der Uhr gab es sogar noch die kleine eckige dazu, welche unter dem Vordach am Gleis eins, direkt am Bahnsteig hing. Die Uhr war allerdings sehr verwittert und das Ziffernblatt in mäßigem Zustand.


 

Beide Uhren wurden wieder sorgfältig hergerichtet.
Die große Uhr steht nun in einem meiner Fenster, für jeden von der Hauptstraße aus einsehbar. Sodass dieses Stück Weilheimer Eisenbahngeschichte vorerst nicht verloren geht.



 

Auch die kleine eckige Uhr habe ich wieder hergerichtet. Vorerst wurden Ziffernblätter aus Papier neu gedruckt und aufgeklebt. Mittlerweile habe ich aber zumindest für eine Seite ein neues, gut erhaltenes Ziffernblatt bekommen.
Da die große Bahnhofsuhr aber den Pendlern mehr in Erinnerung geblieben ist als die Kleine, wurde der Originale verwitterte Zustand der kleinen Uhr auch nicht erhalten. Auch Sie steht nun in einem meiner Fenster.

 

 

Ich freue mich immerhin etwas von der Geschichte des Weilheimer Bahnhofs erhalten zu können.
Vor allem, wenn auch noch selbst Erinnerungen an diesen Gegeständen hängen.

 

 

 

Von der Deutschen Bahn AG habe ich vor einiger Zeit eine doppelseitige Bahnhofsuhr im modernen Design erworben.

Die Uhr hat je Seite ein Uhrwerk, eine Beleuchtung, sowie einen DCF-Anschluss*.

Für "Normalverbraucher" ist diese Uhr nicht erreichbar. Sie wird von der Firma MOBA-Time ausschließlich für die Deutsche Bahn hergestellt und an niemand anderen verkauft.

Aus diesem Grund - und weil mich die Technik interessiert - wollte ich so eine Uhr schon immer haben, und vor kurzem bot sie sich mir auch, weil die Bahn einige dieser (gebrauchten) Uhren an Privat verkaufte.

Die Technik bei den neuen Uhren ist komplett anders. Es handelt sich hierbei nicht mehr um ein Haupt-Nebenuhr-System, sondern um mehr oder weniger autarke Uhren.

In jedem Uhrwerk befindet sich eine komplexe Schaltung mit einem Mikroprozessor.

 

Über einen Dip-Schalter kann ausgewählt werden ob:

 

MEZ verwendet werden soll

MEZ+1 verwendet werden soll

MEZ-1 verwendet werden soll

DCF oder MSF (englisch) verwendet werden soll

der Sekundenzeiger bei 12 anhalten soll oder nicht

der Sekundenzeiger kontinuierlich durchlaufen soll oder Schritte machen (schleichen) soll

die Uhr auf die 12 Uhr Position laufen soll oder nicht (nur zur Zeigerbefestigung notwendig)

 

 

 

*Was die Uhr nun aber für normale "User" fast unbrauchbar macht ist, dass sie ohne angschlossenes "MOBA-Time-DCF-Kästchen" nicht läuft. Nach Anschluss von 42V (!!) Gleich- oder Wechselspannung, laufen alle Zeiger zwar auf 12 Uhr, verweilen dort aber, bis sie ein Signal empfangen.

Die Originalantenne der Herstellerfirma kostet allerdings um die 200€. Das erschien mir doch etwas viel und mit einigem messen und experimentieren konnte ich tatsächlich eine Ersatzschaltung entwickeln, welche den selben Zweck erfüllt!

Der Prototyp war noch auf Lochrasterplatine aufgebaut:

 

 

Als alles dann sicher lief habe ich mir in China ein paar Platinen fertigen lassen. Somit ist es mir gelungen einen kostengünstigen Ersatz zu entwickeln, welcher die meisten Haupt- und Nebenuhren der Firma MOBA-Time einwandfrei ansteuert. Falls jemand Interesse an einem solchen Empfänger hat, kann er mich einfach unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! kontaktieren.

Hier war es wieder mal ein Beispiel dafür, das selbst große Firmen auch nur mit Wasser kochen.

 

Über Ebay bekam ich eine ausgemusterten Fallblattanzeiger der Firma MAN bzw. die Fallblatteinheiten von Krone.

Dieser Anzeiger hing einst am Bahnsteig 1 im Bahnhof Bebra bei Frankfurt. Im Zuge einer Renovierung des Bahnhofs wurde der Anzeiger auch abgebaut. Eine Seite war eingeschlagen und auch schon leer geräubert - sprich die Fallblatteinheiten fehlten - nur eine Seite war bestückt.

 

In dem Anzeiger befindet sich eine Steuerung für Licht, Heizung, Glasbruch und natürlich die Fallblatteinheiten. Diese hängen alle parallel an einem Flachbandkabel, durch welches Versorgungsspannung und Daten geschickt werden. Da ich den Anzeiger so verwenden wollte um mir abfahrende Züge hier am örtlichen Bahnhof anzeigen zu lassen, musste das Teil erstmal neu bedurckt werden. Es kamen also die neuen Städte "München Hbf", "Weilheim" und die fiktive Stadt "Zootopia". Zum Schluss wurde das 100kg schwere Monster an die Decke gedübelt...

 

 

Nun ging es an's Eingemachte: Wie steuer ich das Teil an? Nach langer Suche jemanden zu finden, welcher sich der Neuprogrammierung annehmen will fand ich das FabLab in Würzburg. In mehrmonatiger Arbeit haben die Leute dort mir ein Programm in Arduino aufgezogen, sowie einen Ersatz für den auf den Fallblatteinheiten steckenen Mikroprozessor (ZiLog) gebaut.
Die neue Platine mit dem Arduino als Prozessor wird einfach in den vorhandenen Sockel des ZiLog's gesteckt. Zudem müssen ein Transistor entfernt und gebrückt, sowie ein Widerstand gebrückt werden.
Alle Veränderungen kann man auf folgenden Bildern erkennen.

 

 

Diese Fallblatteinheiten werden per Stecksystem einfach in das Gehäuse geschoben. Der weiße Stecker aus dem vorletzten Bild wird dabei in die "Adressplatine" geschoben. Auf den dortigen Dipschaltern wird die "Hausnummer" der jeweiligen Einheiten eingestellt, an welche dann die Datenpakete via RS485-BUS geschickt werden.

 

 

Wichtig ist, dass die 9VDC (bzw. 5V gehen auch) Versorgungsspannung und die 48VAC nicht vertauscht werden!!!

Dadurch werden nämlich die Arduinoboards und Bauteile auf der Originalplatine zerstört!

 

Pro Fallblatteinheit wird ein Arduino Nano verwendet. Da diese Minicomputer aber gerade einmal 3-4€ pro Stück kosten, ist das kein großer Kostenaufwand!

Nun wurde mir auch das Programm zugesendet welches man mit der Arduino-IDE-Software (freeware) öffnen und bearbeiten kann.
Über die Funktion "Serieller Monitor" können die mit dem Flachbandkabel verbundenen Einheiten angesteuert werden. Der RS485-Anschluss wird über einen USB-zu-RS485-Konverter mit dem PC verbunden.

Wählt man nun den USB-Port aus, an welchem der Konverter steckt (z.B. COM4) und gibt in die serielle Zeile "2/30" ein, so blättert die Einheit mit der Adresse 2 um 30 Blätter weiter. Die erste Zahl gibt hierbei immer die Adresse an und die zweite die Anzahl der Blätter die umgeklappt werden sollen. 
Allerdings würde man nun wieder "2/40" eingeben, würde die Einheit von der aktuellen Position aus 40 Blätter weiterblättern. Um nun also wieder in die Ausgangs- oder Nullstellung zu kommen wird einfach "2/0" eingegeben. Somit blättert die entsprechende Einheit von jeder beliebigen Position aus zurück auf Null. Das Programm funktioniert nur auf 9600 Baud.

Auf jedes Arduinoboard muss dieses Programm hochgeladen werden.

 

 

Mit einigen Einheiten gab es ein Problem. Manche Einheiten funktionierten nicht, obwohl die Adresse stimmte und die Datenpakete auch ankamen. Nach langem Suchen stellte sich dann heraus, dass der Arduino die Adresse nicht richtig erkannte (warum auch immer). Es musste also eine kleine Änderung im Arduino-Programm vorgenommen werden. Dieser Schritt ist nur im "Notfall" zu machen, da hierbei dem Arduino, unabhängig vom Dipschalter, eine feste Adresse zugewiesen wird.

Statt "_myId" muss hier nun die Adresse (z.B. "2") eingegeben werden. Somit reagiert diese Einheit nur noch auf die Adresse 2, selbst wenn am Dipschalter eine andere Adresse eingestellt ist.

 

 

Nachdem dieses Problem gelöst wurde funktionierte alles wie es sollte.

Nun ging es daran einen Fahrplan zu machen. Am liebsten wäre mir eine "Echtzeitabfrage" von der Bahn. Da ich aber leider keinen Zugang zu den Datensystemen der Bahn bekommen konnte entschied ich mich für eine light Version. Ich würde also den schriftlichen Fahrplan, welcher am Bahnhof in gelb aushängt, anzeigen lassen. Dann eben ohne Verspätungsanzeige oder außerplanmäßige Gleiswechsel. Dennoch brauchte ich ein Programm dafür. Und ich fand einen Bekannten, welcher mir in JAVA etwas Programmierte, was ich zu meiner vollsten Zufriedenheit verwenden konnte.

Um dies zu nutzen muss man sich JAVA erst einmal runter laden. Da dieses ebenfalls eine Freeware ist, ist das kein Drama. 

Öffnet man dann den Ordner mit den Dateien, schaut das ganze so aus:

 

 

Alle fünf Dateien müssen sich in einem Ordner befinden und dürfen nicht umbenannt werden!

"Ansteuerung" öffnet man im Notepad (Windows) und kann dort den Fahrplan eintragen. 

Statt "MO-FR" kann man jeden beliebigen Wochentag in Großbuchstaben (!!) eintragen. Ebenso bei der Uhrzeit. Das Programm bedient sich hierbei der Systemzeit des Rechners als Referenz. Bei den Fallblättern gibt man die Adresse der entsprechenden Einheit ein und zwischen <Faltblattx> und </Faltblattx> steht dann die Anzahl der Blätter die umgeklappt werden sollen. Man muss zwar immer noch alles manuell eintragen, aber es funktioniert sehr gut!

 

 

Nun muss das Programm noch wissen an welchen USB-Anschluss die Daten geschickt werden sollen. Entweder man deaktiviert alle anderen Ports, bis auf den, an welchem der Konverter steckt oder man wählt in "PhalOS" den Port aus.

 

 

Die letzte Möglichkeit die es gibt ist, man öffnet im Notepad die Datei "startNoGUI" und gibt dort hinter "NoGUI:" 0, 1, 2, etc. ein. Die 0 entspricht hierbei immer dem obersten Port in der Zeile in "PhalOS". Die 1 entspricht dem Port in der zweiten Zeile, Die 2 der dritten Zeile und so weiter.

 

 

Ist nun all dies getan, dann kann die Dateil "startNoGUI" einfach per Doppelklick gestartet werden. Im cmd-Interface wird nun der ganze Fahrplan aus "Ansteuerung" geladen werden. Bei mir sah das ganze dann so aus, als es fertig geladen war:

 

 

Stimmt nun die Systemzeit (und Tag) mit einem der einprogrammierten Zeiten überein, so werden alle in "Ansteuerung" unter der Zeit gespeicherten Daten gesendet und der Fallblattanzeiger setzt sich in Bewegung!

 

Da das Ganze aber noch nicht in Echtzeit funktionierte habe ich zusammen mit xatLabs ein Programm entwickelt, welches über ein inoffizielles DB Backend alle benötigten Daten im 1-Minuten-Takt abfragt und somit nun auch Verspätungen, Gleiswechsel etc. in Echtzeit am Anzeiger angezeigt werden.

 

 

Die oben geschriebene Dokumentation bezieht sich auf den Großteil der alten MAN-Fallblatteinheiten. Ggf. sind die Steuerplatinen unterschiedlich, aber vom Schaltungsaufbau her absolut gleich.

 

Mittlerweile habe ich die Original-Ansteuerungscodes für diese Module bekommen, und auch für die vorherige Krone Version eine Lösung gefunden. Einzig und allein die Adapterplatinen sind notwendig, wo aber mittlerweile auch neue Platinen gebaut wurden.
Sollte jemand also Hilfe benötigen, kann er sich gerne an mich wenden.

2000-2004 Grundschule
2004-2009  Realschule
Ende 2010 Abschluss mit dem qualifizierten Hauptschulabschluss (QUALI)
2011 - 2013 Ausbildung zum Uhrmacher bei einem Juwelier
2014 - 2015 Fortsetzung der Ausbildung zum Uhrmacher im Deutschen Museum München
Ende 2015 Übernahme als Uhrmacher und Restaurator im Deutschen Museum München
Anfang 2016

Schulung in Röntgenstrahlen:

Seit dem unterer Strahlenschutz-beauftragter im Deutschen Museum München

Ende 2016

Schulung nach TRGS 519:

Seit dem Sachkundiger in Asbest-Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten